Gefahr nicht unterschätzen

Die Gürtelrose (Herpes zoster) wird durch eine virusbedingte Nervenentzündung verursacht. Nach einer Varizelleninfektion (Windpocken) während der Kindheit schlummern die Viren in den Ganglien (Nervenschaltstellen) der Nervenwurzeln. Bei Reaktivierung der Viren im Erwachsenenalter entsteht im befallenen Nerv eine entzündliche Reaktion, die in schweren Fällen zur Zerstörung von Nervenfasern führt. Die Erkrankung kündigt sich durch Schmerzen, Empfindungsstörungen und Kribbeln im betroffenen Nervenversorgungsgebiet an. Ein bis zwei Tage später folgen Hautrötung und Bläschenbildung. Im Allgemeinen heilt die akute Gürtelrose nach 2 bis 4 Wochen ab.

Welche Patienten sind gefährdet?

Einen besonders schweren Krankheitsverlauf kann die Gürtelrosen nehmen bei:

  • älteren Personen
  • Patienten unter medikamentöser Immunsuppression (z.B. organtransplantierte Patienten)
  • Tumorpatienten unter Zytostatikatherapie
  • infektgefährdeten Patienten mit z.B. Leukämie, Diabetes mellitus, AIDS usw.


Bei Betroffenen dieser Kategorien sind besondere Vorsicht und rasches Handeln geboten.

Behandlung der akuten Gürtelrose

Die übliche Therapie besteht in der Gabe von Schmerzmitteln, antiviralen Medikamenten und lokaler Behandlung der Hautveränderungen. Die Therapie muss aber auch auf die Vermeidung einer möglichen Postzosterneuralgie ausgerichtet sein. Hierzu ist die während der akuten Gürtelrose auftretende  Nervenentzündung und der damit verbundene Untergang von Nervengewebe so rasch als möglich zu stoppen. Mit den herkömmlichen Schmerzmitteln alleine (Opiate eingeschlossen) gelingt dies aber nicht. Der destruktive Prozess lässt sich nur mit gezielten Nervenblockaden verhindern.

Zur Vermeidung der Postzosterneuralgie wichtig sind:

  • frühzeitige Diagnose
  • rasche, antivirale Behandlung (bereits bei der Verdachtsdiagnose!)
  • konsequente Schmerztherapie mittels gezielter Nervenblockaden bereits in der Frühphase der Erkrankung


Gefährdete Personen und Patienten mit starken Schmerzen sollten schon beim Verdacht einer möglichen Gürtelrose zur interventionellen Schmerztherapie überwiesen werden. Je früher die Behandlung erfolgt, desto besser die Erfolgsaussichten.

Postzosterneuralgie:
gefürchtete, aber meist vermeidbare Komplikation

Die gefürchtete Postzosterneuralgie (PHN) ist das Endresultat entzündungsbedingter Zerstörung von Nervengewebe nach einer Gürtelrose. Die daraus resultierenden Nervenschmerzen können von mildem Missempfinden bis zu heftigem Dauerbrennen variieren. Bakteriell infizierte Bläschen hinterlassen unter Umständen hässliche, schmerzhafte Vernarbungen. Die teils extremen Dauerschmerzen führen zu physischen, mentalen und emotionalen Beeinträchtigungen.

Behandlung der Postzosterneuralgie

Eine erfolgreiche Schmerzlinderung ist äusserst problematisch und häufig unbefriedigend. Die Betroffenen sprechen sehr unterschiedlich auf medikamentöse Behandlungen, Neurostimulation oder TENS an.

Deshalb gilt in diesem Falle besonders: Vorbeugen ist besser als kurieren!