Chronische Schmerzen

Nach internationaler Klassifikation gilt ein Schmerzzustand als chronisch, wenn er länger als drei Monate dauert. In diesem Fall hat der Schmerz seine Warnfunktion verloren. Er wird nicht mehr durch den Heilungsverlauf beeinflusst.

Im chronischen Stadium wird das Schmerzempfinden von verschiedensten sich gegenseitig beeinflussenden Faktoren bestimmt. Diese Einflüsse müssen analysiert und im Therapieplan berücksichtigt werden.

Schmerzen und Stressreaktion

Akute Schmerzen lösen eine Stressreaktion aus, die aus dem körpereigenen Opioidsystem sogenannte Endorphine freisetzt. Diese Botenstoffe unterdrücken für kurze Zeit das Schmerzempfinden.

Chronsiche Schmerzen hingengen haben auf das Schmerzsystem eine ganz andere Auswirkung. Neue Forschungsergebnisse belegen, dass kontinuierliche Schmerzreize die Nervenfunktion auf Zellebene beeinflussen. Diese komplexen Veränderungen erhöhen die Empfindlichkeit des Nervensystems und sind verantwortlich dafür, dass sich chronische Schmerzen allmählich ausdehnen. Der Dauerstress beeinflusst den gesamten Organismus und letztendlich auch die Schmerzverarbeitung. Eine erfolgreiche Therapie wird entsprechend schwieriger und langwierig.