Schmerztherapie verbessert Lebensqualität bei Durchblutungsstörungen

Verminderte Blut- und damit Sauerstoffversorgung von Organen löst sogenannte Ischämieschmerzen aus. Besonders unter Anstrengung übersteigt der Sauerstoffbedarf die Sauerstoffzuhr; die Folge sind belastungsabhängige Schmerzen. Am häufigsten sind das Herz (Angina pectoris) und die unteren Extremitäten (Schaufensterkrankheit bei peripher arteriellen Verschlusskrankheiten PAVK) betroffen. Die Mehrzahl der Durchblutungsstörungen wird durch arteriosklerosebedingte Gefässverengungen (Verkalkung) hervorgerufen.

Andere zu Durchblutungsstörungen führende Gefässerkrankungen sind seltener. Zu ihnen zählen unter anderem

  • das Raynaud-Syndrom und
  • die vasospastische Angina pectoris (Prinzmetal-Angina)

 

Beide Beschwerdebilder sind auf eine Übererregbarkeit der kleinen Gefässäste zurückzuführen, wobei meist keine oder nur geringfügige Gefässveränderungen vorliegen.

Therapie bei anhaltenden Schmerzen

Die Behandlung richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung und deren Schweregrad sowie nach dem Zustand des Patienten. Trotz Einsatz der zur Verfügung stehenden kardiologischen und gefässchirurgischen Behandlungsmöglichkeiten wie Medikamente, gefässerweiternde Eingriffe (Ballondilatation, Stenteinlage) und Gefässoperationen (Bypass) leidet eine nicht unerhebliche Anzahl von Patienten weiterhin unter belastungsabhängigen Ischämieschmerzen und teils stark eingeschränkter Lebensqualität.

Schmerztherapeutische Behandlungsmöglichkeiten

Die Organdurchblutung kann auch durch Blockierung des sympathischen Nervensystems gesteigert werden. Diese Tatsache nützt die interventionelle Schmerztherapie aus durch

  • Neurostimulation mittels implantierter, rückenmarksnaher Elektrode (Neurostimulation)

 

Diese Behandlungsoptionen bieten eine wirkungsvolle Schmerzlinderung und wesentlich bessere Lebensqualität. Wir sind überzeugt, dass damit so manche Beinamputation vermieden und vielen Patienten mit therapieresistenter Angina pectoris erfolgreich geholfen werden kann. 

Fallbeispiel: Elektrischer Strom gegen Durchblutungsstörungen