Rückenmarkstimulation

Bei der Neurostimulation sendet ein kleines, unter der Haut implantiertes Gerät schwache, elektrische Impulse über spezielle Kabel an das Rückenmark. Dieser elektrische Strom verändert die Schmerzleitung im Rückenmark: An die Stelle der Schmerzen tritt nun ein angenehmes Kribbeln. Teilweise kann sogar Schmerzfreiheit erzielt werden, ohne dass der Patient das Kribbeln im Schmerzgebiet verspürt.

Stimulationsstärke und Stimulationsdauer werden vom Patienten individuell über eine handliches Gerät kontrolliert.

Vorteile der Neurostimulation

  • Bei bestimmten Schmerzzuständen ist die Neurostimulation der medikamentösen Therapie weit überlegen.
  • Die Neurostimulation hat keine Nebenwirkungen.
  • Auch wenn mit der Neurostimulation alleine nicht immer eine Schmerzfreiheit erreicht werden kann, so ist sie trotzdem als Therapieergänzung eine wertvolle Massnahme.
  • Die schmerzlindernde Wirkung ermöglicht eine Verringerung der notwendigen Medikamenteneinnahme und der damit verbundenen Nebenwirkungen.

 

Testphase vor der Implantation

Vor der Implantation des definitiven Systems muss eine Teststimulation durchgeführt werden.

Nach genauer Schmerzanalyse und einem ausführlichen Beratungsgespräch erfolgt zunächst die Implantation einer Testelektrode. Die Testphase dauert in der Regel 1 bis 2 Wochen und wird bei POLYMEDES ambulant durchgeführt. Unter normalen Alltagsbedingungen haben die Patienten die Möglichkeit, Wirkung und Nutzen der Neurostimulation zu testen. Je nach Testresultat wird dann die Entscheidung zur Implantation des permanenten Systems getroffen.

 

Wie erfolgreich ist die Neurostimulation?

Patienten, bei denen die Neurostimulation erfolgreich eingesetzt wird, geben eine Schmerzreduktion von 50 bis 90% an. Somit ist die Neurostimulation eine effektive Alternative zur medikamentösen Dauertherapie. Insbesondere bei Schmerzen infolge Durchblutungsstörung und CRPS zeigt sie eine hervorragende Wirkung.

 

Indikationen

  • Chronische Rückenbeschwerden mit Ausstrahlung in die Extremitäten (z.B. nach Rückenoperationen)
  • CRPS oder Komplexes Regionales Schmerzgeschehen (alte Bezeichnungen: Algodystrophie, Sudeck-Syndrom)
  • Quadrantensyndrom
  • Neuropathien (z.B. Diabetes mellitus, Multiple Sklerose, Postherpetische Neuropathie)
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Angina Pectoris
  • Raynaud-Syndrom
  • Therapieresistente Trigeminusneuralgie
  • Zervikogene Migräne
  • Interstitielle Zystitis
  • Schmerzsyndrome des Beckens
  • Ev. Phantomschmerzen

 


 

Fallbeispiel: Bessere Lebensqualität dank Rückenmarkstimulation

Fallbeispiel: Elektrischer Strom gegen Durchblutungsstörungen

Film-Clip: Dauerschmerzen nach Vorderarmbruch