Schmerzempfinden

Das Schmerzempfinden wird durch unterschiedliche Faktoren beeinflusst. So spielen z.B. der kulturelle Hintergrund, die Persönlichkeit und Lebenseinstellung, das soziale sowie berufliche Umfeld eine wichtige Rolle in der Entstehung und Verarbeitung von chronischen Schmerzen. Wesentlich ist aber die psychische Reaktion auf den durch chronische Schmerzen verursachte Dauerstress.

So gibt es Menschen, die trotz erheblichen Einschränkungen so gut als möglich ihrer Altagsbeschäftigung nachgehen, während andere bei vergleichlich deutlich geringeren Beschwerden invalid werden.

Psychisch oder nicht psychisch – das ist die Frage

Immer wieder beobachten wir, dass chronische Schmerzen, für die keine eindeutige organische Erklärung gefunden worden ist, oder die trotz vielfältiger Behandlungsversuche nicht abklingen, voreilig in der Psyche des Patienten geortet werden. Statt die diagnostisch-therapeutischen Möglichkeiten auszuschöpfen oder die Grenzen der modernen Medizin anzuerkennen, wird die Diagnose «Schmerzverarbeitungsstörung» oder «psychogener Schmerz» aufgeführt. Gutes Beispiel hierfür sind die Schleudertraumapatienten, bei denen trotz eingehender Untersuchung oft keine pathologischen Veränderungen nachgewiesen werden können.

 

Fallbeispiel: unnötig langer Leidensweg oder nicht immer ist die Psyche schuld