Rückenmarksnahe Schmerztherapie mit Medikamenten

 

Prinzip

Schmerzleitung und -verarbeitung im Rückenmark können durch Medikamente (in den meisten Fällen Morphin) direkt beeinflusst werden. Aus einer unter der Haut implantierten Pumpe werden die Medikamente kontinuierlich über einen dünnen Schlauch (Katheter) direkt in den mit Flüssigkeit gefüllten Rückenmarksraum (Intrathekalraum) gepumpt. Hier umspülen sie das Rückenmark und entfalten ihre Wirkung direkt am Wirkort. Damit kann die für die Schmerzlinderung notwendige Medikamentenmenge gegenüber der Tablettenform um das 300fache reduziert werden.

Pumpenfüllung

Das Medikamentenreservoir wird in regelmässigen Abständen (4 bis 12 Wochen) durch das Schmerzteam gefüllt. Dank der programmierbaren Pumpe kann die Medikamentenmenge dem Bedarf des Patienten angepasst werden.

Vorteile

  • Effiziente Schmerzlinderung bei sehr niedrigen Medikamentendosen
  • Keine oder geringere Medikamentennebenwirkungen
  • Je nach Schmerztyp können verschiedene Schmerzmedikamente gemischt werden. Damit wird die ergänzende Wirkung einzelner Medikamente genutzt
  • Eine fixe Medikamentenrate garantiert einen gleichmässigen Medikamentenspiegel
  • Die programmierbare Pumpe ermöglicht eine individuelle und dem Bedarf angepasste Dosierung

 

Testphase

Nicht jeder Patient eignet sich für die Implantation einer Schmerzmittelpumpe. Sind andere Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft und erfüllt der Patienten die strengen Kriterien für eine Implantation, wird während ein bis zwei Wochen eine Testphase mit einer externen Pumpe durchgeführt. Die Entscheidung zur Pumpenimplantation richtet sich nach dem Testresultat.

Indikation

  • Tumorschmerzen
  • Spastik bei Querschnittslähmung
  • Extrem hoher Opiatbedarf bei chronischen Schmerzen, z.B. nach Rückenoperationen oder bei Osteoporoseschmerzen