Bei Rückenbeschwerden werden MRI-Untersuchen oft unkritisch und zu häufig veranlasst

Mit fortschreitendem Alter sind Abnutzungserscheinungen oder Bandscheibenveränderungen wie z.B. Diskushernien naturgegebenen Veränderungen, die aber nicht  zwingend Schmerzen verursachen. Deshalb sind Röntgen-, CT- oder MRI-Untersuchungen für die Diagnosestellung von Rückenschmerzen häufig nicht hilfreich. Der unkritische Glaube an die MRI-Untersuchung verleitet zu Fehldiagnosen und führt unter Umständen zu falsche Behandlungen oder gar unnötigen Operationen. Alleine wegen eines MRI-Befundes und ohne genaue Kenntniss der Beschweden werden nicht indizierte, CT-gesteuerte Infiltrationen durchgeführt. Damit wird der Patient auch einer unnötig hohen Strahlenbelastung ausgesetzt.

Wichtiger als voreilig veranlasste MRI-Untersuchen sind die genaue Erhebung der Krankengeschichte und körperliche Untersuch. Mit der Erarbeitung dieses „Gesamtüberblickes“ können sich entscheidende Hinweise auf mögliche Schmerzursachen ergeben.

Spezielle Abklärungen wie zB. MRI sind erst indiziert, wenn Patientenangaben und körperliche Untersuchung bestimmte Warnzeichen auf sogenannte „Red Flag Symptome“ ergeben.

Warnzeichen oder „Red Flag“ Symptome sind 

  • Fieber
  • Entzündungszeichen
  • Rascher Gewichtsverlust
  • Akut auftretende, starke Rückenschmerzen (Verdacht auf Fraktur bei Osteoporose)
  • Dauertherapie mit Kortison
  • Bekannte Osteoporose
  • Bekanntes Tumorleiden
  • Neurologische Ausfälle
  • Blasen- Mastdarmentleerungsstörungen

Standpunkt

Routinemässige Veranlassung von teuren MRI-Untersuchungen zur Abklärung von Rückenbeschwerden sind nicht sinnvoll. Sie verursachen unnötige Kosten und Strahlenbelastung. Viel wichtiger sind die strukturierte Patientenbefragung (Schmerzanamnese) und problemorientierte körperliche Untersuchung.

Achtung

Die alleinige Berücksichtigung von MRI-Befunden kann zu Fehldiagnosen und falschen Behandlungen führen. Lesen Sie hierzu den Artikel: Patienten behandeln, nicht Röntgenbilder.