CT und MRI sind nur in seltenen Fällen angebracht


22. März 2021In StandpunkteBy Christopher Zurschmiede2 Minutes

Schmerzen des Bewegungsapparates sind der zweithäufigste Grund für Arztbesuche und Krankschreibungen. Hierbei stehen Rücken- und Nackenbeschwerden seit Jahren auf Platz 1. Ein Grossteil der Unkosten entfällt auf die bildgebende Abklärung von Rückenbeschwerden. Grund genug, dieses Thema etwas näher zu beleuchten.

Nur in seltenen Fällen indiziert

Röntgen/MRI-Untersuchungen sind nur in seltenen Fällen indiziert. Die überwiegende Mehrheit der Röntgenuntersuchungen zur Abklärung von Rücken- oder Nackenschmerzen geben keine eindeutigen Hinweise auf die eigentliche Schmerzursache. Häufig kommen lediglich altersentsprechende, aber nicht Schmerz-relevante Veränderungen zur Darstellung.

Der Nachweis einer Bandscheiben-Hernie mit Nervenwurzelkompressionen oder Spinalkanalstenosen ist nicht unbedingt beweisend für die Schmerzursache. In über 95% der Fälle werden Rücken- und Nackenschmerzen durch «gutartige», also nicht bedrohliche Veränderungen verursacht. Mit wenigen, gezielten Fragen lässt sich leicht feststellen, ob eine radiologische Untersuchung zum Ausschluss einer ernsthaften Erkrankung oder Veränderung wirklich notwendig bzw. für die Behandlung wegweisend ist.

Oft problematisch

Der routinemässige Einsatz von MRI-Untersuchungen zur Abklärung von Wirbelsäulen-Beschwerden ist nicht nur kosten treibend, sondern birgt auch die nicht unerhebliche Gefahr von Missinterpretation, falscher Diagnosestellung und damit Fehlbehandlung bis hin zu nicht indizierten Operationen.

Nicht zu unterschätzen sind die eventuell negativen psychologischen Auswirkungen. Ein vermeintlich Schmerz-verursachender Befund kann bei Betroffenen zur Verunsicherung führen und unter Umständen einen Angstzustand auslösen. Statt konsequent den notwendigen körperlichen Aktivitäten nachzugehen, verharren die Betroffenen in einer Schonhaltung.

Schmerzen und ihre Ursachen haben viele Erscheinungsformen. Zur Analyse der teils komplexen Wechselwirkung braucht es ein diagnostisch korrektes Vorgehen. Röntgenaufnahmen stehen hier sicherlich nicht an erster Stelle.

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