Fernsensporn


Beim Fersensporn handelt es sich um dornartige Knochenablagerungen (Osteophyt) am Fersenbein. Es wird zwischen einem unteren und einem oberen Fersensporn unterschieden.

Ursachen

Überbelastung (z.B. bei Fehlstellung des Fusses, wiederholte sportliche Aktivitäten ohne Aufwärmphase, Übergewicht) führen zu chronischen Entzündungen der grossen Sehnenplatte an der Fusssohle (Plantarfasceitis). Die Erkrankung tritt am häufigsten bei über Vierzigjährigen auf.

Symptome

Belastungsabhängige, stechende Schmerzen an der Fusssohle (besonders morgens beim Aufstehen). Bei Entlastung klingen die Schmerzen wieder ab.

Diagnose

Umschriebene Druckempfindlichkeit des Sehnenansatzes an der Ferse. Der klassische Fersensporn ist im Röntgenbild als knöcherne Erweiterung an der Ferse zu erkennen. Im entzündlichen Frühstadium kann der Sporn unter Umständen noch fehlen.

Wichtig: nicht jeder Sporn verursacht Beschwerden. Ein im Röntgenbild dargestellte Sporn kann auch ein Zufallsbefund sein.

Therapie

Das primäre Ziel: Hemmung der Entzündung und Vermeidung von auslösenden Faktoren wie Überlastung.

  • Entlastung der betroffenen Ferse mittels korrekt angepassten Schuheinlagen oder Korrektur von Fehlstellungen des Fusses
  • Taping zur Stabilisierung des Fusses
  • Übungen (siehe unten «Was kann ich selber beitragen?»)
  • Kälteapplikation
  • Fokussierte Stosswellentherapie
  • Akupunktur:
 Diese zielt innerhalb der notwendigerweise komplexen Therapiestrategie auf die Verbesserung der lokalen Trophik, auf die Detonisierung der Muskulatur und auf die afferente Induktion einer spinalen Schmerzmodulation in den betroffenen Segmenten S1 und L5 ab.
  • Hemmung der Entzündung mit Schmerzmitteln oder lokaler Injektion
    
Wichtig: Wirkungsvoller als die regelmässige Einnahme von Schmerzmitteln (Achtung: potenzielle Nebenwirkungen) ist die gezielte Gabe von wenig entzündungshemmenden Mitteln direkt an den Ort der Entzündung. Am häufigsten kommt Kortison zum Einsatz. Wegen möglicher Sehnenzerstörungen sind aber wiederholte Kortison Infiltrationen zu vermeiden. Als Alternative können Hyaluronsäure oder Eigenblutserum angewandt werden. Sie haben ein sehr gutes Wirkungsprofil und keine Nebenwirkungen.
  • Strahlentherapie: Radiofrequenztherapie: mit einer speziellen Nadel wird direkt am Sporn Hitze erzeigt, was zu einer lokalen Hemmung der Entzündung führt.
  • Operation: Ein operatives Vorgehen (Kalkabtragung) kommt nur als allerletzte Massnahme infrage. Die Resultate sind sehr unsicher, eine Verschlimmerung auch nicht ausgeschlossen.

Prognose

Die Behandlung kann sich über längere Zeit hinziehen, ist aber in den meisten Fällen günstig. Wichtig ist ein frühzeitiger Behandlungsbeginn.

Was kann ich selber beitragen?

Ziel der Selbsttherapie sind einerseits die Entlastung der Sehnenansätze durch Dehnung, anderseits die Kräftigung der kleinen Fussmuskeln zur Verbesserung der Fussstabilität.

1. Tuch-Ziehen
Im Sitzen mit gestreckten Beinen: Legen Sie ein Handtuch um den Fuss, und ziehen Sie ihn vorsichtig in Richtung Körper. 30 Sekunden halten, bis die Dehnung in der Wade deutlich spürbar ist. Kurz pausieren. Wiederholen. Probieren Sie die Übung auch mit gebeugtem Knie: Das dehnt mehr die Achillessehne.

2. Igel-Reiz
Lassen Sie Ihre Fusssohlen über einen am Boden liegenden Igelball rollen.

3. Fuss-Zange
Im Sitzen auf dem Stuhl oder am Boden: Legen Sie ein Handtuch auf den Boden vor die Füsse. Nun greifen Sie mit den Zehen nach dem Tuch, heben es auf und lassen es wieder fallen. Das wiederholen Sie mehrmals.

4. Zehen-Fersen-Gewölbe
Im Sitzen: Fusssohle ganz aufsetzen, Zehen und Ferse bleiben fest am Boden.

5. Taping