Schmerzen bei Nervenengpasssyndromen


Meralgia paraesthetica

Umschriebenen Schmerzen auf der Aussenseite des Oberschenkels sowie in der Leistengegend können eventuell durch ein sogenanntes Nervenengpasssyndrom verursacht werden. Typische Beschwerden sind Stechen, Brennen, Kribbeln und Gefühlsstörungen (Taubheit). Auch bereits leichte Berührungen können Schmerzen verursachen (Berührungsschmerzen), sodass das Tragen von Kleidern zur Qual oder die Bettdecke nicht ertragen wird.

Bei gestrecktem Bein oder Druck auf die Leistengegend nehmen die Beschwerden eher zu. Beugung in der Hüfte wirkt entlastend.

Ursache

Verursacht werden diese Symptome durch mechanische Reizung (Kompression oder Zug) eines bestimmten Nervenastes (Nervus cutaneus femoris lateralis) an der Durchtrittsstelle durch das Leistenband.

Auslösende oder begünstigende Faktoren können sein:

  • Übergewicht
  • Enge Kleidung: Hosen, Gürtel, Sicherheitsgurt im Auto (Seat-Belt-Syndrom)
  • Übermässiges Krafttraining oder sportliche Überlastung
  • Diabetes mellitus
  • Schwangerschaft

Diagnostisches Vorgehen

  1. Ausführliche, gezielte Befragung und Untersuchung. 
Da andere Ursachen ähnliche Beschwerden verursachen können, sind je nach Situation allenfalls auch weiterführende Untersuchungen notwendig (z.B. Wirbelsäulenveränderungen, lokale Prozesse, Polyneuropathie, Hüftarthrose).
  2. Gezielte, ultraschallgesteuerte Infiltration mit Lokalanästhetikum am Leistenband.

Therapie

Grundlage der Behandlung ist Elimination begünstigender Faktoren. Wenn die Beschwerden auf diese Massnahmen nicht ansprechen, sind gezielte Infiltrationen mit wenig örtlichem Betäubungsmittel indiziert. Alternativ dazu und mit guten Therapieergebnissen bietet sich die Nervenbehandlung mit der gepulsten Radiofrequenztherapie. Hierbei wird der Nerv im Bereich des Leistenbandes unter Ultraschall gezielt aufgesucht und über mehrere Minuten mit Strom gezielte behandelt.

Während der Behandlung verspürt der Patient im betroffenen Areal am Oberschenkel ein leichtes Pulsieren. Das Therapieergebnis zeigt sich nach ca. zwei bis drei Wochen. Je nach Verlauf muss die Intervention wiederholt werden.

Die Wirksamkeit dieses risikofreien Verfahrens wurde in verschiedenen Studien nachgewiesen. Zwölf von siebzehn behandelten Patienten wurden schmerzfrei, die restlichen fünf gaben eine ca. 50%ige Schmerzreduktion an. Auch die Langzeitzeitwirkung über zwölf Monate konnte bestätigt werden.